14. Oktober 2026

Schulung für Vereinsleiter der deutschen Minderheiten im Baltikum

Am 11. bis 13. Mai trafen sich im Simon-Dach-Haus, dem deutschen Begegnungszentrum in Klaipėda, Vereinsvorsitzende und Vereinsleiter der deutschen Minderheiten im Baltikum sowie Vertreter des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, der Stiftung Verbundenheit mit Deutschen im Ausland sowie Bundesverwaltungsamtes, um über das Erreichte zu diskutieren und einander zuzuhören sowie das Wissen vorwiegend in der Projektdurchführung stärker zu vertiefen und sich mit den neuesten Entwicklungen rund um die Projektarbeit vertraut zu machen. Es ist erfreulich, dass die Vertreter der deutschen Vereine sowie der deutschen Institutionen abends mehr über die Stadt Klaipėda und seine Geschichte erfahren konnten: sie haben an einer Stadtführung teilgenommen und das Museum für die Geschichte Klein Litauens (Exposition 1939/45) besucht. Der Veranstalter der Schulung war Verband der Deutschen Lettlands, der Partner vor Ort – Verein der Deutschen in Klaipėda. Die Maßnahme wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert.

120 Jahrfeier

Am 7. Mai 2023 in der Baptisten-Kapelle Szameitkehmen (Kreis Heydekrug) wurde das 120. Jahr der Gründung gefeiert. Die Kapelle wurde im Jahre 1903 eingeweiht. 1955 geschlossen und 1999 dank Vytautas Baranauskas (Klaipėda) und Herbert Jaksteit (Köln) wieder zum Leben erweckt.

Wir haben uns auf die Einladung gefreut und waren an dem schönen Fest dabei.

Osterfeier

Am 15. April 2023 fand das traditionelle Osterfest im Hermann Sudermann Gymnasium statt. Mit den Vorbereitungen fangen wir schon viel früher an: es wurden Eier gefärbt und bemalt, Dekorationen gebastelt, das Konzertprogramm geprobt.

Der erste Teil der Feier fand im Veranstaltungssaal statt. Der Vorsitzende Arnold Piklaps grüßte alle Versammelten, das Trio der Vereinsfrauen sangen Osterlieder, Pfarrer Reincholdas Moras hielt eine kurze Andacht. Im Namen des Vereins dankten Arnold Piklaps und Kristina Kerpė den Mitgliedern, die sich am meisten im Jahr 2022 engagiert haben: Doris Katzenstein, Inga Pakalniškienė, Reincholdas Moras, Hans-Jürgen Müller und Artūras Valaitis.

Während der Osterfeier 2022 unterzeichnete unser Verein einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Stiftung für den Wiederaufbau St. Johanniskirche. Auch in diesem Jahr übergab der Vereinsvorsitzende Arnold Piklaps der Direktorin der Stiftung einen Check (3000 Euro) für den Wiederaufbau der Kirche.

Hans-Jürgen Müller übermittelte die Grüße und Glückwünsche aus Deutschland und schenkte Blumen Fr. Lilija Petraitienė, der Ehrenvorsitzenden Magdalena Piklaps und Kulturmanagerin Rasa Miuller.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte Matas Stabingis, der meisterhaft klassische Werke am Klavier spielte und Frauenensemble „Vakaro žaros“ mit populären und unterhaltsam vorgetragenen Liedern.

Nach dem Konzert wurde die Feier in der Mensa fortgesetzt. Die Tische waren reichlich und geschmackvoll gedeckt. Die Menschen freuten sich über das Wiedersehen und unterhielten sich rege.

Die Kinder wurden auch nicht vergessen. Sie suchten Ostereier, die der Osterhase im Park versteckt hatte und danach bastelten Ostereier selbst, womit sie die Bäume an der Schule geschmückt haben. Für den tollen Einsatz wurden sie mit bunten Schokoeiern und Schokoosterhasen belohnt.

Die Zeit verlief sehr schnell, nach vier Stunden Feier verabschiedeten sich die Mitglieder des Vereins guter Laune und schon in der Erwartung des nächsten großen Wiedersehens im Advent.

Unser Dank für gilt Hans-Jürgen Müller und dem Departement der Volksminderheiten für die finanzielle Unterstützung sowie allen Freiwilligen, die bei der Organisation und Durchführung der Feier geholfen haben.

Seminar des Goethe Instituts

Seit 2010 wird in Litauen vom Goethe Institut das Lehrmaterial für die Vorschulkinder zur Verfügung gestellt und die Lehrkräfte werden in Seminaren ausgebildet. Das Paket heißt Deutsch mit Hans Hase. Unsere Kulturmanagerin Rasa Miuller war unter den ersten, die mit diesem Material zu arbeiten begann und mit Kindergruppen Deutsch mit Hans Hase im Simon-Dach-Haus lernte. Seit dieser Zeit wurden mehrere Seminare und Workshops vom Goethe Institut für die Lehrkräfte, die mit dem Hans Hase Programm arbeiten, auch im Simon-Dach-Haus durchgeführt.

Am 17.-18. Oktober war es wieder soweit. 26 Lehrkräfte für Kinder im Vorschulalter und in der Unterstufe aus ganz Litauen kamen ins Simon-Dach-Haus. Das Goethe Institut hat sie nach der Pandemie zum ersten Kontaktseminar Deutsch mit Hans Hase eingeladen. Unter der Leitung von Margarita Repečkienė (Goethe Institut) und Expertin Gilma Plukienė haben die Lehrerinnen viel Neues gelernt, die Erfahrungen ausgetauscht und konnten sich vernetzen.

Im Schuljahr 2022-2023 wird die kleine Vereins „Hasengruppe“ von der Lehrerin Mireta Kundrotaite geleitet. Die Kinder, die spielerisch lernen, haben schon unter anderem Laternen gebastelt, Nikolaus gefeiert, Kekse dekoriert und freuen sich schon auf die Ostereiersuche.

Faschingsabend

Am 21. Februar duftete es im ganzen Simon-Dach-Haus. Der langjährigen memelländischen und Vereins-tradition folgend bereitete man sich auf den Fasching Abend. Man hat Schuppinis zubereitet. Große Hilfe für die Frauen leistet der Pfarrer Moras in der Küche.

Der Abend begann auch traditionell – mit einem Gebet und einem gemeinsamen Lied. Mit dem leckeren Essen haben die fleißigen Köche sich selbst übertroffen. Es hat vorzüglich geschmeckt. Danach hat man wieder gesungen und sich unterhalten. Alle waren froh und glücklich, einander gesehen und gesprochen zu haben. Der gemütliche Abend endete auch traditionell – mit dem Lied „So ein Tag, so wunderschön wie heute…“

Der 15. Januar 2023 in Memel/Klaipėda

Seimas der Republik Litauen hat das Jahr 2023 zum Jahr zum Jubiläumsjahr des Anschlusses des Klaipėda-Gebiets (Memelland) an Litauen erklärt. Das ganze Jahr werden zahlreiche Veranstaltungen überall in Litauen stattfinden, die Ereignisse der damaligen Zeit werden vorgestellt und analysiert. Die Historiker des Instituts für Geschichte und Archäologie der Baltischen Region (BRIAI) der Universität Klaipėda stellen die Ereignisse der Zwischenkriegszeit objektiv dar, einen besonderen Platz in ihren Forschungen nehmen die Ereignisse von 1923 ein. Historiker des BRIAI Prof. Dr. Vygantas Vareikis ir Doz. Dr. Vytautas Jokubauskas erarbeiteten eine touristische Route aus. Die Touristen gehen den Weg wie die Teilnehmer der militärischen Aktion am 10.-15. Januar durch Klaipeda mit den wichtigsten Stationen, vielen Erklärungen, Plänen, Karten der Operation etc. Der Universitätsverlag gab ein Buch heraus, in dem zahlreiche Dokumente aus der Zeit veröffentlicht wurden, viele davon zum ersten Mal (zusammengestellt von Dr. Vasilijus Safronovas). „1923-ieji: Klaipėdos prijungimas prie Lietuvos. Dalyviai ir liudijimai“. Das Museum für die Geschichte Kleinlitauens stellte eine Sonderausstellung vor, die später durch Litauen wandern wird.

Besonders viele Veranstaltungen fanden am 15. Januar statt. Die Krönung des Tages was ein feierliches Konzert im Drama-Theater. Das Grußwort sagte der Präsident Litauens Gitanas Nausėda. Vytautas Grubliauskas, Bürgermeister der Stadt, kam auf die Bühne ganz zum Schluss und mit seiner Trompete schloss sich den Sängern an. 

Am Abend nahmen viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft teil. Wir freuen uns, dass auch der deutsche Botschafter Mathias Sonn mit seiner Frau zu dieser Veranstaltung aus Vilnius angereist war.