14. Oktober 2026

Ostpreußen Treffen

Am 16. September 2023 fand in Anklam das 26. Ostpreußen Landestreffen Mecklenburg Vorpommern statt. Fast 700 Menschen waren dabei. Der Verein der Deutschen in Klaipėda wurde durch den Vorsitzenden Arnold Piklaps und die Ehrenvorsitzende Magdalena Piklaps vertreten. Musikalische Vertretung gab es durch den Vereinschor aus den Jugendlichen des Hermann-Sudermann-Gymnasiums und des Stasys-Šimkus Konservatoriums.

Während der Fahrt hatten wir die Möglichkeit, die Altstadt von Stettin und Danzig zu besichtigen.

Unser Dank gilt den Organisatoren der Veranstaltung Manfred Schukat und Friedhelm Schülke für die Einladung sowie
Hans-Jürgen Müller für die Betreuung.

August, 2023. Begegnung Prof. Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten

Im Saal des Simon-Dach-Hauses fand eine Begegnung mit dem litauischen Honorarkonsul in Baden Württemberg Prof. Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten statt. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung des Buches „Wolfskinder – Glücksmomente. 30 Jahre litauisch-deutsche Beziehungen“. Die Einführung in den Abend mit einem Vortrag über das Schicksal ihres Vaters, eines Wolfskindes, machte Marta Einars. Danach erzählte Wolfgang Freiherr von Stetten über die Beweggründe, das Buch zu schreiben, wem das Buch gewidmet ist, über seine ersten Begegnungen mit litauischen Diplomaten, über die Hürden in Deutschland, die erste Begegnung mit den Wolfskindern, die eindrucksvollsten Augenblicke und Glücksmomente, Spenden und vieles mehr. Anderthalb Stunden verliefen sehr schnell. Alle, die mehr Fragen hatten, konnten mit dem Gast gemütlich bei Tasse Tee oder Kaffee weiter sprechen.
Der Abend wurde von Fr. Rasa Miuller moderiert.

Internationales Kolloquium/Fachtagung „Künstler als Brückenbauer – Vordenker hin zu einem vereinten Europa – grenzüberschreitende Kulturvermittlung als Instrument der Völkerverständigung“

Am 11. Bis 14. August 2003 fand in Riga internationales Kolloquium/Fachtagung  Künstler als Brückenbauer – Vordenker hin zu einem vereinten Europa – grenzüberschreitende Kulturvermittlung als Instrument der Völkerverständigung. Die Tagung war dem 200. Todestag von Johann Christoph Brotze (1742-1823) gewidmet.

Die Eröffnung der Fachtagung fand in der alten St.-Gertrud-Kirche statt. Unter der Redner waren: Dr. Ernst Gierlich, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung der deutschen Vertriebener; Christian Heldt, Deutscher Botschafter in Lettland; Anatolii Kutsevol, Ukrainischer Botschafter in Lettland.

Nach den Grußworten folgte Liederfest der deutschen Minderheit im Baltikum als Europäisches Friedenskonzert mit Chören aus Estland, Lettland und Litauen sowie aus der Ukraine (Mukatschewo) unter der Schirmherrschaft der Staatssekretärin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund Lucia Puttrich. Den Verein der Deutschen in Klaipėda und somit Litauen hat der Ensemble des Hermann-Sudermann-Gymnasiums unter der Leitung von Asta Alminė repräsentiert.

Am 12. und 13. August konnten die Teilnehmer in der Akademischen Bibliothek der Universität Lettlands Vorträge zu den Themen Das Baltikum als Bildungslandschaft“ (Prof. Dr. Andris Levans, Riga), Deutschbaltische Musiker im Baltikum (Helmut Harry Scheunchen, Esslingen), Deutschbaltische Literatur im Baltikum (Prof. Dr. Axel E. Walter, Eutin/Vilnius), Adliges Leben im Baltikum, Herrenhäuser in Lettland und Estland (dr. Agnese Bergholde-Wolf, Herder Institut Marburg), Übersetzer als kulturelle Vermittler (Julia Boguna, Germersheim). Interessante Impulse für Podiumsdiskussion gab Eglis Levits, Staatspräsident a.D. von Lettland.  

Besonderes Interesse galt dem Vortrag von Dr. Aija Taimina (Akademische Bibliothek der Universität Lettlands) über Johann Christoph Brotze als Brückenbauer zwischen Görlitz in Niederschlesien (heute Freistaat Sachen) und dem Baltikum. Es wurde ausführlich über sein Leben, Wirken und Werk, das heute eine wertvolle Quelle für Historiker ist, berichtet. J. Ch. Brotze veröffentlichte mehr als 100 Aufsätze zur Geschichte der Ostseegouvernements. Die Sammlung verschiedener Liefländischer Monumente ist ein einzigartiges Dokument, das  ausführliche, mit Zeichnungen und Bildern veranschaulichte Beschreibungen von mehr als 2.000 Gebäuden, Gräbern, Wappen usw. umfasst, die heute oft nicht mehr existieren. Die Teilnehmer und Gäste der Fachtagung hatten eine einmalige Gelegenheit, originale Arbeiten (Zeichnungen, Abschriften der originalen Dokumente, Pläne, Wappen etc.) von J. Ch. Brotze zu sehen und von Dr. A. Taimina erklärt zu bekommen.

Im Rahmen der Tagung fanden zwei Podiumsdiskussionen statt. Über die Bedeutung der baltischen Literatur im grenzüberschreitenden verständigungspolitischen europäischen Kontext diskutierten Prof. Dr. Maris Saagpakk (Tallin), Dr. Jost Eickmeyer (Eutin) und Prof. Dr. Axel E. Walter (Eutin/Vilnius).

An der öffentlichen Diskussion nahmen teil: Egils Levits, Staatspräsident a.D. von Lettland, Ilze Garda, Vorsitzende des Verbandes der Deutschen in Lettland, Wolodymir Leysle, Vorsitzender des Rates der Deutschen der Ukraine, Bernard Gaida, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten (ADGM) in der FUEN, Dr. Aija Taimina, Akademische Bibliothek der Universität Lettlands, Prof. Dr. Axel E. Walter, Direktor Eutiner Landesbibliothek., Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebener, Dr. Olga Martens, Internationaler Verband der deutschen Kultur (IVDK).  

Zu der Fachtagung wurden auch Vertreter des Vereins der Deutschen in Klaipėda Arnold Piklaps und Rasa Miuller eingeladen. Marta Einars begleitete die Schülergruppe.

Veranstalter: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Partner vor Ort: Verband der Deutschen in Lettland.

Unterwegs im Memelland

Am 20.  Mai 2023 waren vierzig Mitglieder des Vereins der Deutschen in Klaipėda im Memelland unterwegs. In Smalininkai (Schmalleningken) gingen wir Nemunas (Memel) entlang, schauten uns die historischen Hochwassermessungen an. Wir wurden von besonders fleißigen Zöllnern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts untersucht, in der alten Schule unterrichtet, wo die ungehorsamen von uns die Strafen aus der Kaiserreichzeit zu spüren bekamen. So unterhaltsam wurde uns die Geschichte des Grenzortes erklärt.

Nach dem Mittagessen in „Senasis Rambynas“ besuchten wir Vilkyškiai (Willkischken). Wir waren in der evangelisch-lutherischen Kirche, am symbolischen Grab von Gotfried Theodor von Schön, Großvater des Oberpräsidenten der ganzen Provinz Preußen mit Sitz in Königsberg (in diesem Jahr sein 250.-ter Geburtstag) und besuchten den Geschichte-Inkubator. Dank der tollen Begleitung von Ilona Meire erfuhren wir mehr über die Geschichte von Vilkyškiai und lernten das Angebot im Geschichte-Inkubator kennen. Besonders interessant war die virtuelle Fahrt mit der Kleinspurbahn. 

Während unseres Ausflugs wurde viel über die Besonderheit des Memellandes gesprochen und erfahren: Gebräuche, die Zweisprachigkeit, das Leben im Grenzgebiet, Schulwesen. Es war besonders toll, dass Vertreter drei Generationen unter uns waren: Großeltern, Eltern, Enkel und alle haben sich gefreut, für alle war der Ausflug spannend und lehrreich.

Diese Studienfahrt wurde vom Volksminderheiten Departement der Republik Litauen und den privaten Personen gefördert.