14. Oktober 2026

Ausstellung „Weite Nachbarn: Sachsen und Litauen“

Am 29. September 2022 wurde in der Öffentlichen Ieva-Simonaitytė Kreisbibliothek Klaipėda die Ausstellung „Fremde Nachbarn: Sachsen und Litauen“ eröffnet. Die Ausstellung wurde vom Zentrum für Kultur//Geschichte in Niederjahna bei Meißen ausgearbeitet.

Die zweisprachige (deutsch und litauisch) Ausstellung wirft nicht nur einen Blick auf die Geschichte, sondern richtet den Fokus auch auf die Gegenwart. Sie zeigt, welche wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern über Jahrhunderte hinweg bestanden und wie die Zusammenarbeit heute aussieht.

Das Ausstellungsvorhaben hat angesichts des Krieges in der Ukraine ungeahnte Aktualität bekommen. Gerade durch den diachronen Blick wird die enge Verbundenheit Sachsens mit den baltischen Ländern deutlich und zeigt, dass Litauen Teil der europäischen Kultur- und Wertefamilie ist.

Zu der Eröffnung kamen beide Gründer des Zentrums, die auch Autoren der Ausstellung sind:  Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath. Dr. Dannenberg las das Grußwort von Dr. Jens Baumann, Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen, der die Ausstellung mitgefördert hat. Dr. M. Donath  erzählte, wie die Ausstellung konzipiert ist und über welche Berührungspunkte in der Geschichte der Beziehungen zwischen Sachsen und Litauen  man am wenigsten weiß.

Diese Ausstellung ist ein Teil des Internationalen Kulturfestivals „Interkultūracija“, das von der Öffentlichen Ieva-Simonaitytė Kreisbibliothek Klaipėda veranstaltet wird. An der Eröffnung nahm die Direktorin der Bibliothek Dr. Laura Juchnevič sowie viele Mitglieder des Vereins der Deutschen und an der Geschichte der Stadt interessierte Bürger teil. Salomėja Prnackienė, Mitarbeiterin der Deutschen Borschaft Wilna, hat die Ausstellung auch gesehen und sich über solche Initiativen gefreut.

Die Veranstaltung wurde mit litauischer Musik abgeschlossen. Zum ersten Mal klang in der Bibliothek skrabalai, altes litauisches Musikinstrument, gespielt vom jungen Mitglied unseres Vereins Karolis Butkevičius (Lehrerin Rima Spalinskienė).

Wir freuen uns sehr, dass der Verein der Deutschen in Klaipėda als Partner der Ausstellung und derer Präsentations-Veranstaltung einen schönen Beitrag zum Programm des Internationale Kulturfestivals leisten konnte.

DKT 2022: „Freimaurer in Memel/ Klaipėda“

Am 25. Oktober hat der Verein der Deutschen in Klaipėda zum Stadtrundgang zum Thema „Freimaurer in Memel/ Klaipėda“ eingeladen. Obwohl es keine sichtbaren Spuren von den Freimaurern in Klaipėda mehr gibt, hat das Thema mehr Interessierte als von uns erwartet gelockt. Beim Rundgang haben die Teilnehmer über die Gründung der Freimaurer Loge in Memel, über die bekanntesten Loge-Brüder und auch über verschiedene wahre Geschichten und damit verbundene Mythen erfahren.

Die Fremdenführung war Teil des Projekts „Deutsche Kulturtage 2022“, das vom Departement der Volksminderheiten Litauens und des Zentrums für Volksminderheiten-Kulturen gefördert.

Ein Sommer in Klaipėda

Am 22. September 2022 fand im Simon-Dach-Haus ein Abend mit der Stadtschreiberin Sonya Winterberg statt. Es war der Rückblick auf ihre Tätigkeit in den vergangenen fünf Monaten. Das Stadtschreiber-Stipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dotiert wird, dient dazu, das gemeinsame kulturelle Erbe der Deutschen und ihrer Nachbarn in jenen Regionen Mittel- und Osteuropas, in denen auch Deutsche gelebt haben oder heute noch leben, in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Es soll darüber hinaus das gegenseitige Verständnis und den interkulturellen Dialog fördern. Da Frau Winterberg „in Obhut“ der Öffentlichen Ieva Simonaiytė Kreisbibliothek Klaipėda war, sprach als erste die Direktorin der Bibliothek Frau Dr. Laura Juchnevič. Sie berichtete über den Beitrag von Frau Winterberg in die Aktivitäten der Bibliothek. Ein Grußwort sprach auch extra dafür angereiste Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa Winfried Smaczny und Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Dr. Arūnas Baublys. Der „Abschiedsabend“ wurde als Diskussion zwischen Fr. Winterberg der Historikerin der Universität Klaipėda. Memelländerin Frau Dr. Silva Pocytė gedacht, die von von der Kulturmanagerin des Vereins der Deutschen in Klaipėda Fr. Rasa Miuller moderiert wurde.  Da Frau Winterberg 2009 schon über die Wolfskinder in Litauen berichtet hatte, war es interessant von ihr die Meinung zu erfahren, wie sich Memel/Klaipėda und das Memelland in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, welche Veränderungen festzustellen sind. Es kam auch die Frage der Identität als Thema. Auf die Frage „Was macht Klaipėda/Memel aus“ antwortete Frau Pocytė. Die Nähe zur Ostsee und der Hafen und damit verbundenes maritimes Erbe, das Multikulturelle der Stadt und, natürlich, sehr wichtig ist der deutsche Nachlass. Das ist wie ein Sprungbrett für eine neue, moderne, europäische Identität der Stadt, denn nur der kann wachsen und gedeihen, der Wurzeln hat. Die Diskussion war damit nicht zu Ende. Der Vorsitzende des Vereins Arnold Piklaps als guter „Hausherr“ lud alle zum Kaffee ein und die offenen Gespräche wurden lebhaft weitegeführt. Dr. Arūnas Baublys meinte, vielleicht kommt ein Stadtschreiber nicht das letzte Mal nach Klaipėda…

https://www.kulturforum.info/de/preise-stipendien/stadtschreiber-stipendium/8596-sonya-winterberg-ist-stadtschreiberin-in-memel-klaipeda-2022

DKT2022: Ausflug auf die Kurische Nehrung

Am Sonntag, den 11. September 2022, organisierte Verein der Deutschen in Klaipeda einen Ausflug auf die Kurische Nehrung. Das Ziel war das deutsche Erbe auf der Kurischen Nehrung zu erkunden. Bei der Zusammensetzung des Programms, achteten wir darauf, dass wir solche Orte besuchen und über solche Objekte ausführlicher sprechen, die man als Privatperson ohne Auto schwer erreichen kann. Das war ein echter Vereinsausflug: vom 8-jährigen bis zum 80-jährigen – alle drei Generationen waren vertreten. In Schwarzort/Juodkrante besuchten wir den Friedhof und das Villenviertel, sprachen über Bezzenberger und Ludwig Rhesa, in der Kirche hatten den evangelischen Gottesdienst. Wir machten halt an der Kormoranen-Kolonie und fuhren weiter nach Nida. Parniddener Düne, ethnografischer Teil von Nida mit der tollen Darstellung der Fischerleben auf der Nehrung in früherer Zeit, Blode Haus, Künstler Kolonie, Kurenwimpeln, Thomas Mann Haus – vieles wurde erzählt und vieles war für die Reisegruppe neu. Auf dem Rückweg machten wir halt in Preil und besuchten den Friedhof auch dort, in Perwelk sahen wir den Leuchtturm, sprachen über die versandeten Dörfer und tote Dünen. Dieser Ausflug war nicht nur sehr informativ, sondern stärkte auch das Gefühl des Zusammenhalts zwischen den Vereinsmitgliedern. Der Ausflug wurde im Rahmen des Projektes „Deutsche Kulturtage 2022“ organisiert. Das Projekt wird vom Departement der Volksminderheiten zum Teil gefördert. Für das tolle Mittagessen sind wir der Berliner-Gruppe und seinen Leiter Hans-Jürgen Müller dankbar.

Der 1. September 2022

Unser Verein freut sich und ist stolz darauf, dass 1992 die Stadt aufgrund der Initiative des Vereins der Deutschen in Klaipeda eine Schule für deutschstämmige Kinder gegründet hat. Die Schule ist gewachsen und hat tollen Ruf nicht nur in Klaipėda, sondern auch landesweit. In diesem Jahr feiert sie schon 30. Jahre ihres Bestehens. In der Schule lernen über 720 Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur zwölften Klasse und arbeiten 66 Lehrer. Das Wichtigste an der Schule ist, dass Deutsch immer noch als Muttersprache dort unterrichtet wird. Der Vereinsvorsitzende Arnold Piklaps hat die Schulgemeinde zum Anfang des Schuljahres im Namen des Vereins gegrüßt und Geschenke an die Erstklässler überreicht. Alle drei Klassen bekamen Geschenkekartons mit den Warnwesten und natürlich mit Süßigkeiten.