Am 22. September 2022 fand im Simon-Dach-Haus ein Abend mit der Stadtschreiberin Sonya Winterberg statt. Es war der Rückblick auf ihre Tätigkeit in den vergangenen fünf Monaten. Das Stadtschreiber-Stipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dotiert wird, dient dazu, das gemeinsame kulturelle Erbe der Deutschen und ihrer Nachbarn in jenen Regionen Mittel- und Osteuropas, in denen auch Deutsche gelebt haben oder heute noch leben, in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Es soll darüber hinaus das gegenseitige Verständnis und den interkulturellen Dialog fördern. Da Frau Winterberg „in Obhut“ der Öffentlichen Ieva Simonaiytė Kreisbibliothek Klaipėda war, sprach als erste die Direktorin der Bibliothek Frau Dr. Laura Juchnevič. Sie berichtete über den Beitrag von Frau Winterberg in die Aktivitäten der Bibliothek. Ein Grußwort sprach auch extra dafür angereiste Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa Winfried Smaczny und Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Dr. Arūnas Baublys. Der „Abschiedsabend“ wurde als Diskussion zwischen Fr. Winterberg der Historikerin der Universität Klaipėda. Memelländerin Frau Dr. Silva Pocytė gedacht, die von von der Kulturmanagerin des Vereins der Deutschen in Klaipėda Fr. Rasa Miuller moderiert wurde. Da Frau Winterberg 2009 schon über die Wolfskinder in Litauen berichtet hatte, war es interessant von ihr die Meinung zu erfahren, wie sich Memel/Klaipėda und das Memelland in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, welche Veränderungen festzustellen sind. Es kam auch die Frage der Identität als Thema. Auf die Frage „Was macht Klaipėda/Memel aus“ antwortete Frau Pocytė. Die Nähe zur Ostsee und der Hafen und damit verbundenes maritimes Erbe, das Multikulturelle der Stadt und, natürlich, sehr wichtig ist der deutsche Nachlass. Das ist wie ein Sprungbrett für eine neue, moderne, europäische Identität der Stadt, denn nur der kann wachsen und gedeihen, der Wurzeln hat. Die Diskussion war damit nicht zu Ende. Der Vorsitzende des Vereins Arnold Piklaps als guter „Hausherr“ lud alle zum Kaffee ein und die offenen Gespräche wurden lebhaft weitegeführt. Dr. Arūnas Baublys meinte, vielleicht kommt ein Stadtschreiber nicht das letzte Mal nach Klaipėda…









