13. Oktober 2026

Kirche, Glaube, Konfession: was bedeutet das für ein Menschenleben

Ab August 2017 bis zum Jahresende führte der Verein der Deutschen in Klaipėda / Memel anlässlich des 500-jährigen Jahrestag der Reformation ein Projekt durch. Es hieß „Kirche, Glaube, Konfession: was bedeutet das für ein Menschenleben“. Das Ziel des Projekts war die Erinnerungen der Memelländer, alten Bewohner des Gebiets, die meistens evangelisch-lutherisch waren, zu diesem Thema zu befragen. Uns interessierten Fragen, wie z.B. woran können sie sich aus ihrer Kindheit über die Kirche, den Glauben an Gott, verschiedene Feste, Traditionen, Bräuche erinnern? Wie haben sie die Nachkriegszeit, als viele Kirchen zerstört oder geschlossen wurden, überstanden. In den Monaten August-September führten wir Interviews mit 11 Respondenten, wohnhaft in Klaipėda, Agluonėnai, Priekulė, Poškai, Kuodžiai, Klišiai, Svencelė.

Der Wunsch mehr über das heutige Leben der alten Memelländer zu erfahren führte uns zu Virginija Asnauskienė,  Mitarbeiterin des Kulturzentrums Drawöhnen. Sie hat die alte Mundart der Memelländer gelernt und kennt sie alle, die noch in der Gegend wohnen.

Eine besondere Bedeutung in jeder Kultur und Religion haben die Bräuche während der Beerdigung, wie auch die Gräberpflege. Aus diesem Grund waren wir auf mehreren Friedhöfen des historischen Memellandes: Kisinių, Vanagų, Elniškės, Drevernos, Svencelės, Šimkų-Trakių

Wir besuchten evangelisch-lutherische Kirchen in Vanagai, Priekulė, Kretinga, Klaipėda, Būtingė, Plikiai, Palanga.

Wir sind dankbar den Pfarrern Renholdas Moras (Klaipėda), Pf. Liudvikas Fetingis (Plikiai), Pf. Darius Petkūnas (Priekulė, Kretinga, Palanga), Pf. Remigijus Šemeklis (Šilutė, Vanagai) Sie haben uns empfangen und über ihre Gemeinden erzählt.

Aber unser besonderer Dank gilt dem Memelländern Erika Juknevičienė Konrad, Krista Aleksejūnienė Tissat, Erika Zeigienė, Erna Kuzovienė, Maria Skrabs, Helmar Meiszus, Marianne Mažutienė, Willy Naujoks, Irene Godow Pflug, Anna Gelszus, Margarita Petrauskienė.

Die Interviews wurden aufgenommen. Nachdem sie von den Respondenten frei gegeben werden, wollen wir sie im Internet zugänglich machen. Das Projekt wurde am 9. Dezember während der Adventsfeier des Vereins im Hermann-Sudermann-Gymnasium vorgestellt. Wir haben diesen Tag nicht zufällig gewählt. Die Adventsfeier ist das schönste und populärste Jahresfest des Vereins und zugleich die größte Begegnung der Vereinsmitglieder. Inga Pakalniškienė, Solistin der evangelisch-lutherischen Gemeinde Klaipėda, sang geistige Lieder, eine kurze Andacht hielt Reinholdas Moras, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde Klaipėda ab. Wegen gesundheitlicher Probleme, schlechten Wetters oder auch persönlicher Angelegenheiten konnten leider nicht alle am Projekt beteiligten Memelländer kommen, deswegen haben wir zusammen mit der Ehrenvorsitzenden des Vereins Fr. Magdalena Piklaps sie nach einem Monat, am 9. Januar 2018 zu Hause besucht und Geschenke überreicht. Diese Geschenke erreichten uns aus Deutschland als Solidaritätsausdruck für die in der Heimat gebliebenen Meemelländer.

Das Projekt wurde zum Großteil von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Wilna gefördert.

Der Verein der Deutschen in Klaipėda hat vor, im Jahr 2018 weitere Vereinsmitglieder zum Thema “Kirche, Glaube, Konfession“ zu interviewen.