Das ifa zeigt Günther Ueckers Objektreihe im District Six Museum als Abschluss der Deutschen Kulturwochen am Kap
Stuttgart/Kapstadt, 27. Januar 2011 – Kunst, die Stellung bezieht, provoziert den Dialog. Die Ausstellung „Der geschundene Mensch“ des international renommierten Künstlers Günther Uecker erreicht genau das, indem sie die „Verletzung des Menschen durch den Menschen“ – genauer die Gewalt gegen Ausländer – thematisiert. Ab dem 3. Februar zeigt das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) Ueckers Arbeiten im District Six Museum Kapstadt, das an die Schrecken der Apartheid erinnert. Seine bildnerisch ausgedrückte Bestürzung über Fremdenhass und Rassismus hat dort eine besondere Intensität.
Die Objektreihe „Der geschundene Mensch. 14 befriedete Gerätschaften“ entstand 1992/93 für das ifa unter dem Eindruck von Gewalttaten in Deutschland, die sich gegen Ausländer und Fremde richteten – ein Thema, das Günther Uecker persönlich erschütterte. Mit seinem Werkzyklus deckt er Grundkräfte des Humanen auf. Der „Verletzung“ des Menschen, Erfahrungen von Aggression und Zerstörung begegnet er mit versöhnenden Gebärden und initiiert einen Dialog, der die Grenzen intoleranten Denkens sprengt und Unverstand befriedet.
Seit 1993 tourt die ifa-Ausstellung „Der geschundene Mensch“ rund um die Welt. Brisanz und Aktualität erhalten die Installationen vor allen Dingen dort, wo „Verletzungen“ bittere Realität wurden. Der aktuelle Präsentationsort, das 1994 gegründete District Six Museum in Kapstadt, ist nur unweit entfernt von Robben Island, der Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela den überwiegenden Teil seiner 28-jährigen Haft verbrachte. Das Museum erinnert in einer Dauerausstellung an die historischen Ereignisse während der Apartheid in Südafrika: Im Kapstädter „District Six“ siedelte das Regime 60.000 Menschen der schwarzen Bevölkerung im Namen des Rassismus zwangsweise um. Die in den Räumen des Museums ausgestellte Reihe von Günther Uecker überträgt das historische Leiden des Menschen – unkonventionell und besonders intensiv – in die Gegenwart.
Das ifa zeigt die Ausstellung im Rahmen der Deutschen Kulturwochen am Kap in Kooperation mit dem Generalkonsulat Kapstadt vom 3. Februar bis zum 6. März 2011.
Weitere Informationen zur Ausstellung und druckfähiges Bildmaterial sind online verfügbar.
Ausstellungskatalog
Günther Uecker. Der geschundene Mensch. 14 befriedete Gerätschaften – 2. Aufl. – Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), 2004. – 95 S.
Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne ein Rezensionsexemplar zu.
Über das ifa
Das Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert. Mit den ifa-Galerien in Stuttgart und Berlin, Kunst-Förderprogrammen und rund 50 weltweiten Tourneeausstellungen ist das ifa die deutschlandweit führende Institution im internationalen Kunstaustausch.
Informationen zur Ausstellung
Nina Bingel, Tel. 0711/2225-174, E-Mail: bingel@ifa.de
Pressekontakt ifa
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Jonas Moosmüller, Tel. 0711-22 25 105, E-Mail: moosmueller@ifa.de, www.ifa.de
