13. Oktober 2026

Vom Freund zum Partner

Neue Studie des ifa-Stipendienprogramms „Kultur und Außenpolitik“ untersucht Perspektiven der deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen

Stuttgart, 14. Februar 2011 – Als achtstärkste Volkswirtschaft der Welt und selbstbewusster Global Player gilt Brasilien neuerdings als Deutschlands wichtigster Partner in Lateinamerika. Mit den Folgen dieser Entwicklung für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik beschäftigt sich die jetzt erschienene ifa-Studie „Vom Freund zum Partner – die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen im Wandel“. Dabei geben gleich zwei Großereignisse Anlass, vertieft über die Kulturbeziehungen beider Länder nachzudenken: Brasilien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2013; gleichzeitig findet ein Deutschlandjahr in Brasilien statt.

Deutschland und Brasilien können, so der Autor und ifa-Stipendiat Johannes von Dungen, „auf eine langjährige gemeinsame Geschichte zurückblicken, die auch durch die deutsche Einwanderungswelle geprägt ist. Nicht zuletzt Tugenden wie die ‚deutsche Zuverlässigkeit‘  haben Deutschland zu einem positiven Image verholfen“. Doch bestehe die Gefahr, sich auf diesem Image auszuruhen, so der Lateinamerikaexperte. Deshalb gelte es, die „oft als selbstverständlich vorausgesetzte Freundschaft zu einer echten Partnerschaft werden zu lassen, um künftigen Herausforderungen gemeinsam begegnen zu können“.

Die im Rahmen des ifa-Stipendienprogramms „Kultur und Außenpolitik“ entstandene Studie basiert auf zahlreichen Interviews mit Experten und Akteuren der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik in Deutschland und Brasilien sowie mit brasilianischen Partnern und Multiplikatoren. Sie ermittelt Defizite und formuliert Empfehlungen dafür, wie die Akteure der Kulturarbeit beider Länder dem neuen Stellenwert Brasiliens mit Programmen und Strategien begegnen müssen.

Konkret empfiehlt der Autor, bei deutschen Initiativen vor Ort brasilianische Partner frühzeitig und gleichberechtigt mit einzubeziehen; wohingegen die brasilianische Seite ihre kulturpolitischen Aktivitäten in Deutschland institutionalisieren müsse. Essenziell für erfolgreiche kulturelle und wissenschaftliche Kontakte zu Brasilien seien zudem öffentlichkeitswirksame deutsche Staatsbesuche auf höchster Ebene sowie die Schaffung größerer personeller Ressourcen in Ministerien, die der gewachsenen Bedeutung Brasiliens entsprächen.

Studie
Johannes von Dungen: Vom Freund zum Partner – die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen im Wandel. Impulse für das Deutschlandjahr in Brasilien 2013, Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen, 2011, 88 S. (ifa-Edition Kultur und Außenpolitik)

Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne ein Rezensionsexemplar zu.

Die komplette Studie steht im ifa-Onlineshop zur Verfügung.

Zum Autor
Johannes von Dungen, geboren 1983, war von September bis Dezember 2010 Stipendiat des ifa-Stipendienprogramms „Kultur und Außenpolitik“. Seit 2010 arbeitet er zudem an der FU Berlin an einer Dissertation über die deutsche auswärtige Wissenschaftspolitik gegenüber Lateinamerika. Seit 2005 besucht er zu Arbeits- und Forschungszwecken regelmäßig verschiedene Länder Lateinamerikas.

Über das ifa-Stipendienprogramm
Im ifa-Stipendienprogramm „Kultur und Außenpolitik“ forschen junge Wissenschaftler für drei bis sechs Monate zu Themen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) sowie des Dialogs der Zivilgesellschaft. Die Stipendiaten arbeiten mit ihren Projekten – wissenschaftlichen Studien, Konferenzen oder Informationsangeboten im Internet – an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Mit ihrer wissenschaftlichen Fundierung zentraler Themen und Arbeitsbereiche leisten sie einen wichtigen Beitrag zum ifa als Kompetenzzentrum für AKBP. Weitere Informationen…

Über das ifa
Das Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.

Informationen zum Stipendienprogramm
Dr. Mirjam Schneider, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. 0711-22 25 214, Fax 0711-22 25 131, E-Mail: schneider@ifa.de

Pressekontakt
Jonas Moosmüller, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. 0711-22 25 105, Fax 0711-22 25 131, E-Mail: moosmueller@ifa.de, www.ifa.de