ifa-Informationsplattform liefert Hintergründe und gibt Impulse zum Mittelmeerraum als Kultur- und Wissensraum
Stuttgart, 11. März 2011 – Wo es um gesellschaftliche Umwälzungsprozesse und den Entwurf neuer Gesellschaftsstrukturen geht, kommt der Außenkulturpolitik eine tragende Rolle zu. Angesichts der politischen Umbrüche in Nahost und Nordafrika erhält die aktuelle Studie der ifa-Edition Kultur und Außenpolitik „Der Mittelmeerraum als Kultur- und Wissensraum“ gesteigerte Relevanz. Sowohl die Studie als auch ein neues, umfassendes Online-Informationsangebot des ifa-Kompetenzzentrums für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zu den Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen in der Mittelmeerregion mit aktuellen Meldungen, Auswahlbibliografien, Informationen zu Akteuren und Projekten, zu ifa-Aktivitäten sowie ausgewählter Literatur liefern ein differenziertes Hintergrundwissen.
Der Mittelmeerraum besitzt für Europa und die arabische Welt eine einzigartige Bedeutung: Das gemeinsame kulturelle Erbe sowie die geografische und geopolitische Nähe der Anrainer bergen ein ungeheures Potenzial für die Begegnung, den Dialog und die wechselseitige Wissensgenerierung. In der im Rahmen des Stipendienprogramms „Kultur und Außenpolitik“ entstandenen Studie zeigt der Autor Marcel Ernst Defizite, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Mittelmeerraum und speziell im Maghreb auf. Darüber hinaus legt er Handlungsempfehlungen für die künftige Gestaltung der Außenkulturbeziehungen Deutschlands zu den Ländern der Region vor. Bislang fehle eine stringente Kulturpolitik, die sich direkt an die Zivilgesellschaft richte. Die „Schlüsselrolle von Medien und Kunst sollte daher auch in Projekten der Kultur- und Bildungsarbeit im Mittelmeerraum berücksichtigt werden“.
Neben der aktuellen Informationsplattform geben weitere Projekte und Initiativen des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) Impulse für die künftige Gestaltung der Kulturbeziehungen zwischen Europa und den südlichen und östlichen Mittelmeerländern:
Das ifa-Förderprogramm CrossCulture ermöglicht jungen Berufstätigen aus Deutschland, Nordafrika und Nahost Arbeitserfahrungen im jeweils anderen Kulturkreis zu sammeln. Ziel ist es dabei, als Multiplikatoren für den Dialog zwischen Deutschland und der islamisch geprägten Welt einzutreten.
In der Arbeitsgruppe „Mittelmeer“ des Wissenschaftlichen Initiativkreises Kultur und Außenpolitik am ifa (WIKA) arbeiten Wissenschaftler und außenkulturpolitische Akteure gemeinsam an der Weiterentwicklung von Theorie und Praxis Auswärtiger Kultur- und Bildungsarbeit im Mittelmeerraum. Einen Schwerpunkt bildet die wissenschaftlich fundierte Erarbeitung politikrelevanter Themen.
Die 2010 auf Initiative des ifa-Generalsekretärs Ronald Grätz und des Karlsruher Professors Dr. Bernd Thum gegründete Stiftung „Wissensraum Europa – Mittelmeer e. V.“ (WEM) schafft über nationale Grenzen hinweg eine gemeinsame kulturelle Wissensbasis und eröffnet neue Perspektiven für ein euro-mediterranes Wissenschaftsnetzwerk.
Die neue Sonderpresseschau „Kulturbrücke über das Mittelmeer“ informiert aktuell über die Kultur-, Wissenschafts- und Bildungsbeziehungen mit der arabischen Welt vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen in Nordafrika und Nahost.
Das Onlineportal qantara.de bietet umfangreiche Informationen, Artikel und Dossiers zu den Beziehungen zwischen der islamischen und der westlichen Welt. Das Projekt der Deutschen Welle wird unter anderem vom ifa unterstützt.
Das vom ifa herausgegebene Online-Kunstmagazin Nafas bietet eine Plattform für den innerislamischen Kunstdialog. Dem künstlerischen Dialog übergeordnet, ermöglicht Nafas auch den Austausch und die Diskussion gesellschaftlicher Themen und Entwicklungstrends.
Die Anna-Lindh-Stiftung bringt Menschen aus den Ländern rund um das Mittelmeer zusammen, um den Respekt vor der Kultur des jeweils anderen zu fördern und ein tieferes Verständnis füreinander zu schaffen. Das aus 3000 zivilgesellschaftlichen Organisationen bestehende Netzwerk, dessen Mitglied auch das ifa ist, organisiert zahlreiche Treffen und Workshops mit Akteuren aus dem gesamten Mittelmeerraum.
Veranstaltungshinweis:
Podiumsdiskussion „Wissensraum Europa – Mittelmeer“
Vom 3. bis 5. April findet die Jahrestagung des deutschen Netzwerks der Anna-Lindh-Stiftung im ifa statt. Im Rahmen des Netzwerktreffens und der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Mittelmeer vor Ort“ des deutschen Netzwerks der Anna-Lindh-Stiftung diskutieren am 4. April im ifa-Vortragssaal Prof. Dr. Fawzi Boubia (Universität Rabat) und Prof. Dr. Bernd Thum den „Wissensraum Europa – Mittelmeer“. Die Podiumsdiskussion thematisiert die Möglichkeiten von Kultur und Bildung als Politik der Zivilgesellschaft im euro-mediterranen Raum. Weitere Infos zur Veranstaltung
Über das ifa
Das Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.
Pressekontakt
Anna Siepelmeyer, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. 0711-22 25 212, Fax 0711-22 25 131, E-Mail: siepelmeyer@ifa.de, www.ifa.de
