13. Oktober 2026

Sachlichkeit statt Saunafreundschaft

Neue Studie der ifa-Edition „Kultur und Außenpolitik“ analysiert die deutsch-russischen Kulturbeziehungen

Stuttgart, 24. März 2011 – Die neue Studie „Kultur der Partnerschaft“ des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) zeigt mögliche Wege der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, um die gemeinsam beschlossene „Modernisierungspartnerschaft“ zwischen Deutschland und Russland voranzutreiben. Mit Blick auf das Deutschlandjahr in Russland 2012/2013 legt die Studie konkrete Handlungsempfehlungen vor, um die deutsch-russische Partnerschaft mit Programmen, Projekten und Initiativen nachhaltig zu stärken.

Nach langen Jahren des gegenseitigen Schulterklopfens zwischen Kohl und Jelzin oder auch Schröder und Putin, bevorzugen Merkel und Medwedew Sachlichkeit an Stelle von „Saunafreundschaft“. Auf der gemeinsamen Tagesordnung steht unter anderem, partnerschaftlich und auf Augenhöhe, grenzüberschreitende Probleme wie Kriminalität, Rüstungskontrolle und Energiesicherheit zu lösen. Deutschland ist für Russland der engste strategische Partner in Europa und Russland gleichzeitig Deutschlands wichtigster Energielieferant. Das geplante Deutschlandjahr in Russland 2012/2013 ist für das ifa Anlass, den gegenwärtigen Stand der Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern darzustellen und Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

Die im Rahmen des ifa-Stipendienprogramms „Kultur und Außenpolitik“ entstandene Studie gibt Antworten auf die Fragen, wo die deutsch-russischen Kulturbeziehungen auf bewährte Formen des Dialogs zurückgreifen können, wo sich Defizite zeigen und wie die Akteure der Kulturarbeit beider Länder sich mit neuen Programmen und Strategien begegnen müssen. „Die Modernisierungspartnerschaft beschränkt sich auf russischer Seite weitgehend auf die wissenschaftlich-technischen Bereiche und wird von staatlicher Seite diktiert. Das Deutschlandjahr bildet die Chance, zivilgesellschaftliche Initiativen und private Ambitionen einzubeziehen und sich auch in kritischen Fragen, wie zum Beispiel Russlands Umgang mit Bürgerrechten, anzunähern und damit die Partnerschaft weiter wachsen zu lassen“, erklärt die Russlandexpertin, Autorin der Studie und ifa-Stipendiatin Maja Heidenreich.

Gemäß der Leitlinie des Stipendienprogramms, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, fließen zahlreiche Interviews, unter anderem mit deutschen und russischen Experten und Akteuren der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sowie russischen Partnern und Multiplikatoren, in die Ergebnisse der Studie ein. Diese bilden die Grundlage für eine Reihe von Handlungsempfehlungen für die künftige Gestaltung der deutsch-russischen Kulturbeziehungen und für die Konzeption und Planung des Deutschlandjahres in Russland 2012/2013.

Studie
Maja Heidenreich: Kultur der Partnerschaft – Perspektiven der deutsch-russischen Kulturbeziehungen, Stuttgart: ifa-Edition Kultur und Außenpolitik 2011, 84 S.

Auf Anfrage schicken wir gerne ein Rezensionsexemplar zu. Die komplette Studie gibt es als kostenlosen Download im ifa-Informationsportal „Kultur und Außenpolitik“.

Weitere Informationen zu den deutsch-russischen Kulturbeziehungen erhalten Sie auf der ifa-Länderseite.

Darüber hinaus stellt die ifa-Bibliothek eine Auswahlbibliografie zu den „Deutsch-russischen Kulturbeziehungen“ mit über 30 Titeln, darunter einige mit direktem Link zum Volltext, online zur Verfügung.

Über das Stipendienprogramm
Das ifa-Stipendienprogramm „Kultur und Außenpolitik“ bietet Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit, im Bereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) sowie des Dialogs der Zivilgesellschaften zu forschen und mit ihren Projekten an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis zu arbeiten. Als Kompetenzzentrum für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik initiiert das ifa dabei Netzwerke zwischen Universitäten und Mittlerorganisationen, zwischen Kultur und Wirtschaft, zwischen Politik und Medien. In diesem Rahmen entstehen wissenschaftliche Veranstaltungen, Publikationen und Internetportale, die wichtige Impulse für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik von morgen liefern.

Nähere Informationen zum Stipendienprogramm.

Über das ifa
Das Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.

Informationen zum Stipendienprogramm
Dr. Mirjam Schneider, Tel. 0711-22 25 214, E-Mail: schneider@ifa.de

Pressekontakt
Jonas Moosmüller, Tel. 0711-22 25 105, E-Mail: moosmueller@ifa.de, www.ifa.de