13. Oktober 2026

Buchvorstellung „Konfliktkulturen“

Das Verhältnis von Konflikt und Kultur diskutieren am 12. April, Hamed Abdel-Samad, Helena Waldmann, Ronald Grätz und Christoph Bartmann in der ifa-Galerie Berlin

München/Stuttgart, 4. April 2011 – Oft gilt Kultur als „Soft Power“, als „weiche“ diplomatische Kraft, die in politischen Zusammenhängen Verständnis zwischen verschiedenen Sichtweisen erzeugen soll. Dabei wird oft vergessen, dass Kulturen auch für Konflikte eine tragende Rolle spielen – beispielsweise bei den revolutionären Ereignissen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Konflikt und Kultur thematisiert der aktuell erschienene Essayband „Konfliktkulturen“ des Goethe-Instituts und des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), der am Dienstag, 12. April, in der ifa-Galerie Berlin vorgestellt wird.

Zahlreiche internationale und deutschsprachige Autoren beleuchten das Thema aus politischer, religiös-philosophischer und künstlerischer Perspektive. So beschäftigt sich der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad mit der Frage, ob „Reformkulturen“ in der Geschichte der islamischen Welt fehlen. Die Choreographin und Tanzregisseurin Helena Waldmann warnt vor ästhetischen Erziehungsbemühungen westlicher Künstler in Krisenregionen. Der ungarische Schriftsteller György Dalos beschreibt die Konflikte über literarische Produktion in seiner Heimat, die kanadische Schriftstellerin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein fordert eine neue Kultur des zivilgesellschaftlichen Protests und die Reportage der jungen Autorin Anne Köhler reflektiert unseren alltäglichen Umgang mit inneren Konflikten. Weitere Beiträge kommen von Faisal Devji, Alan Mills oder Georg Seeßlen.

Einblicke in die Beiträge und Erkenntnisse des Sammelbands eröffnet am Dienstag, 12. April, eine Podiumsveranstaltung in der ifa-Galerie Berlin. Autoren und Herausgeber diskutieren dort ihr Verständnis von „Konfliktkulturen“ und die Thesen der Essays. Darüber hinaus fragen sie am Beispiel aktueller Entwicklungen in der arabischen Welt nach den Berührungspunkten von Kultur und Konflikt – etwa im Hinblick auf neue kulturelle Ausdrucksformen in Nordafrika oder Perspektiven einer zukünftigen kulturellen Zusammenarbeit mit der Region.

Podiumsdiskussion „Konfliktkulturen“
am Dienstag, 12.04.2011, 20 Uhr
in der ifa-Galerie Berlin, Linienstraße 139/140.

Diskutanten:
Hamed-Abdel-Samad, Helena Waldmann, Ronald Grätz und Christoph Bartmann

Moderation:
Nikola Richter

Der Eintritt ist frei.
Im Anschluss an die Diskussion lädt der Steidl-Verlag zu einem kleinen Umtrunk

Pressevertreter werden um Anmeldung unter presse@ifa.de gebeten.

Zum Buch
„Konfliktkulturen“ begründet eine neue populärwissenschaftliche Buchreihe des Instituts für Auslandsbeziehungen und des Goethe-Instituts. Die halbjährlich erscheinenden Sammelbände greifen kultur- wie gesellschaftspolitische Fragestellungen auf, die für das Verständnis Deutschlands, anderer Kulturen und den Kulturdialog von zentraler Relevanz sind. Herausgeber sind Ronald Grätz, Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), und Hans-Georg Knopp, Generalsekretär des Goethe-Instituts.

Ronald, Grätz, Hans-Georg Knopp (Hg.): Konfliktkulturen. Texte zu Politik, Gesellschaft, Alltag und Kunst, Göttingen: Steidl Verlag, 2011, 192 S. (ISBN 978-3-86930-242-3)

Auf Anfrage und unter Angabe des Mediums senden wir Ihnen gerne ein Rezensionsexemplar zu.

Podiumsgäste

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 in Kairo, lebt als Autor und Islamwissenschaftler in München. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel Samad ist Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und beschäftigt sich in zahlreichen Veröffentlichungen – zuletzt „Mein Abschied vom Himmel“ (2009) und „Der Untergang der islamischen Welt“ (2010) – mit islamischer Kultur und Gesellschaft. Zuletzt begleitete er vor Ort die revolutionären Ereignisse in seinem Heimatland Ägypten.

Helena Waldmann, geboren 1962 in Burghausen, lebt in Berlin. Sie inszeniert als freie Theaterregisseurin und Choreographin seit 1992 weltweit multimediale Theaterproduktionen. Große Aufmerksamkeit erhielten ihre Stücke „Letters From Tentland“ (2005), das sie in Teheran mit iranischen Schauspielerinnen inszenierte, und „BurkaBondage“. Die Unesco zeichnete sie 2003 für die Produktion „Headhunters“ aus, die gemeinsam mit brasilianischen Tänzern entstand. Eine Lehrtätigkeit führte Helena Waldmann zudem an die Universität Frankfurt am Main.

Christoph Bartmann ist derzeit Leiter der Abteilung Kultur und Information in der Zentrale des Goethe-Instituts. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Düsseldorf und Wien war er DAAD-Lektor in Lissabon und dann für das Goethe-Institut u. a. in Prag, München und Kopenhagen tätig. Ab Juli 2011 wird er das Goethe-Institut New York leiten.

Ronald Grätz, geboren 1958 in São Paulo, studierte Germanistik, katholische Theologie und Philosophie in Tübingen und Frankfurt am Main. Seit 2008 ist er Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen e. V. und Herausgeber der Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH. Davor leitete er das Goethe-Institut Portugal.

Nikola Richter (Moderation), geboren 1976 in Bremen, arbeitet als freie Redakteurin in Berlin. Sie konzipiert Bücher und Weblogs, etwa theatertreffenblog.de und superdemokraticos.com. Von 2001 bis 2003 leitete sie ein Onlinemagazin für Literatur und arbeitete von 2005 bis 2008 in der Redaktion der Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH.

Pressekontakt Goethe Institut
Christoph Mücher, Goethe-Institut Zentrale, Tel. 089 15921-249, Fax: 089 15921-414, E-Mail: muecher@goethe.de, www.goethe.de

Pressekontakt ifa
Jonas Moosmüller, Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Tel. 0711-22 25 105, Fax 0711-22 25 131, E-Mail: moosmueller@ifa.de, www.ifa.de