13. Oktober 2026

Virtuelle Synagogen

ifa-Ausstellung in den USA macht zerstörte Gotteshäuser sichtbar – Eröffnung am 29. August im Holocaust Memorial Center, Farmington Hills

Stuttgart/Darmstadt, 11.08.2010 – Neue Einblicke in die Geschichte der Zerstörung von Synagogen bietet die Ausstellung „Synagogen in Deutschland: Eine virtuelle Rekonstruktion“ des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und der Technischen Universität Darmstadt. Die Ausstellung macht deutsche Synagogen aus 15 Städten, die während der NS-Zeit zerstört wurden, virtuell wieder sichtbar und verdeutlicht so den damit einhergehenden kulturellen Verlust. Erstmals ist sie vom 29. August bis 29. November im Holocaust Memorial Center in Farmington Hills bei Detroit zu sehen. Danach soll die Ausstellung in weiteren Städten in den USA zu sehen sein.

Gezeigt werden Visualisierungen von Synagogen aus Bad Kissingen, Berlin, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Langen, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Plauen. Der Ausstellung liegt ein Lehr- und Forschungsprojekt des Fachgebiets Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur (IKA) der TU Darmstadt zu Grunde, das die Sichtbarmachung von in der NS-Zeit zerstörten Synagogen mittels Computer zum Ziel hatte.

Gemeinsam mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelte die TU Darmstadt die Ausstellung, die erstmals in der Bonner Kunsthalle gezeigt wurde. Diese Ausstellung ist Grundlage der aktuellen Auslandsausstellung, die vom Institut für Auslandsbeziehungen realisiert und organisiert wird und bereits in Tel Aviv gezeigt werden konnte.

Mit den Rekonstruktionen, die unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Manfred Koob und Dr. Marc Grellert erfolgten, soll der kulturelle Verlust aufgezeigt werden, den die Zerstörung der jüdischen Sakralbauten bedeutete. Gleichzeitig gilt es, die bauhistorische Bedeutung der Bauwerke als Teil der deutschen Kultur in Erinnerung zu rufen. Das Projekt geht außerdem der Frage nach, wie mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien neue Formen des kulturellen Gedächtnisses gebildet werden können.

Das Projekt erarbeiteten Studierende und Lehrende gemeinsam im Wissenschaftsatelier „Visualisierung des Zerstörten“. Seit 1995 rekonstruiert das Fachgebiet IKA mittels Computertechnik Synagogen, die 1938 von den Nazis zerstört worden sind. Das Projekt geht zurück auf eine studentische Initiative im Jahre 1994 – einem Zeitpunkt, da in Deutschland Ausländerfeindlichkeit und antisemitische Äußerungen, unter anderem mit einem Brandanschlag auf die Lübecker Synagoge, sichtbar zunahmen. Über 60 Studierende der TU-Darmstadt haben bisher an den Rekonstruktionen gearbeitet und durch ihren Einsatz das Projekt zum Erfolg getragen.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Birkhäuser Verlag. Weitere Informationen und druckfähige Bilder finden Sie auf unseren Internetseiten.

Die Auslandsausstellung wird realisiert mit finanzieller Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung und der Deutsche Bank Americas Foundation.

Über das ifa:
Das Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.

Pressekontakt:
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Jonas Moosmüller, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. 0711-22 25 105, Fax 0049-711-22 25 131, E-Mail:
moosmueller@ifa.de, www.ifa.de

Informationen und Kontakt der TU Darmstadt:
Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur, Prof. Manfred Koob
El-Lissitzky-Str. 1, 64287 Darmstadt
Telefon: 06151-166601 – Telefax: 06151 -163736
mkoob@ika.tu-darmstadt.de; grellert@hrzpub.tu-darmstadt.de
www.cad.architektur.tu-darmstadt.de
www.synagogen.info