30. Mai 2024

Treffen mit den Interessierten an der Geschichte des Memellandes und am Verein der Deutschen in Klaipėda

Zu den wichtigsten Prioritäten des Vereins der Deutschen in Klaipėda gehören Pflege und Popularisierung der Geschichte der Stadt Memel/Klaipėda, des Memelgebiets, Preußisch Litauens und des gesamten Ostpreußens. Es freut uns, dass wir darüber vielen Schülern und Studenten, die das Simon-Dach-Haus besuchen, erzählen können. Arnold Piklaps und Rasa Miuller empfangen gerne alle Interessierten. Anfang Mai konnten wir besonders viele Besucher im Simon-Dach-Haus willkommen heißen. Den Schülern aus den Progymnasien „Vitės“ und „Vaivorykštės tako“ erzählten wir über unseren Verein  und aus der Geschichte von Klaipėda/Memel.

Aus Kaunas kamen deutschlernende Schüler aus dem Jonas Jablonskis Gymnasium. Sie übernachteten im Simon-Dach-Haus und erfuhren viel Neues über Preußisch Litauen, das Memelland und über Simon Dach. Wir haben sie in Klaipėda auf der Suche nach deutschen Spuren geführt und über unseren Verein erzählt.

Einen besonders interessanten Nachmittag verbrachten wir im Simon-Dach-Haus mit den Germanistikstudierenden der Universität Vilnius. Ihr Studium Programm heißt „Deutsche und Litauen: Sprachliche und kulturelle Verbindungen“ unter der Leitung von Dr. Justina Daunorienė und Dr. Daumantas Katinas. Die Studenten interessierten sich für das Memelland und Schicksale der Memelländer im 20. Jahrhundert. Unser Vorstand Marta Einars erzählte die Geschichte ihres Vaters, der als Wolfskind nach dem Krieg nach Litauen kam. Arnold Piklaps und Rasa Miuller hatten viele Fragen zu beantworten und hoffen, dass die Verbindung mit den Germanistikstudierenden der Universität Vilnius bestehen bleibt und vielleicht sogar gemeinsame Projekte entwickelt werden können.

Der deutsche Einheitstag im Simon-Dach-Haus

Am 3. Oktober 2023 hat der Verein der Deutschen in Klaipeda den deutschen Einheitstag im Simon-Dach-Haus gefeiert. Der Vereinsvorsitzende Arnold Piklaps grüßte alle Gäste. Grußworte sprachen auch der Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Dr. Arunas Baublys und stellvertretender Sprechen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V. Hans-Jörg Frose. Wir freuen uns über den Besuch des Vorsitzenden der Memellandgruppe Berlin Hans-Jürgen Müller, der Direktorin des Zentrums für Volksminderheiten-Kulturen Jelena Butkevičienė, Direktorin des Hermann-Sudermann-Gymnasiums Jolita Andrijauskienė, Vertreter der Öffentlichen  Ieva Simonaitytė Kreisbibliothek Klaipėda, Vertreter des Heimatvereins e.V. der Stadt Haren (Ems) in Deutschland.  

Das Konzertprogramm präsentierten das Streichinstrumenten Quartett und der Schülerchor des Hermann-Sudermann-Gymnasiums.

Nach dem Konzert wurden alle zum Empfang und gemeinsamen Gesprächen eingeladen.

Für die finanzielle Unterstützung der Feier bedanken wir uns beim Vorsitzenden der Memellandgruppe Berlin Hans-Jürgen Müller.

Treffen mir den Vertretern der Landsmannschaft Ostpreußen Gruppen

Am 4. September 2023 besuchte eine Gruppe der Vertreter der Landsmannschaft Ostpreußen Gruppen das Simon-Dach-Haus. Interessierte Gäste wollten mehr über das Memelland und das Leben sowie wirken des Vereins der Deutschen in Klaipėda erfahren. Der Vorsitzende Arnold Piklaps hat ausführlich über den Verein und das Simon-Dach-Haus erzählt, die Ehrenvorsitzende Magdalena Piklaps erinnerte sich an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Unabhängigkeitserklärung Litauens, Rasa Miuller stellte aktuelle Kulturprojekte des Vereins vor. Das Wichtigste davon ist die Vorstellung des Buches von Prof. Dr. habil Axel E. Walter „Orpheus Prutenus. Selbstkonzept und Rezeption des Dichters Simon Dach“, das auf Initiative des Vereins ins Litauische übersetzt wird. Dazu wird auch mit der Förderung der deutschen Botschaft ein Videofilm gedreht. Die Zeit beim Kaffee und Kuchen verlief im Nu. Zum Schluss haben alle gemeinsam ostpreußische Lieder gesungen. Klaus Papies schenkte uns sein Buch „Ostpreußisches Wortschatzkästchen“, das unsere Simon-Dach-Haus Bibliothek bereichern wird.

Schulung für Vereinsleiter der deutschen Minderheiten im Baltikum

Am 11. bis 13. Mai trafen sich im Simon-Dach-Haus, dem deutschen Begegnungszentrum in Klaipėda, Vereinsvorsitzende und Vereinsleiter der deutschen Minderheiten im Baltikum sowie Vertreter des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, der Stiftung Verbundenheit mit Deutschen im Ausland sowie Bundesverwaltungsamtes, um über das Erreichte zu diskutieren und einander zuzuhören sowie das Wissen vorwiegend in der Projektdurchführung stärker zu vertiefen und sich mit den neuesten Entwicklungen rund um die Projektarbeit vertraut zu machen. Es ist erfreulich, dass die Vertreter der deutschen Vereine sowie der deutschen Institutionen abends mehr über die Stadt Klaipėda und seine Geschichte erfahren konnten: sie haben an einer Stadtführung teilgenommen und das Museum für die Geschichte Klein Litauens (Exposition 1939/45) besucht. Der Veranstalter der Schulung war Verband der Deutschen Lettlands, der Partner vor Ort – Verein der Deutschen in Klaipėda. Die Maßnahme wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert.

Ausstellung „Weite Nachbarn: Sachsen und Litauen“

Am 29. September 2022 wurde in der Öffentlichen Ieva-Simonaitytė Kreisbibliothek Klaipėda die Ausstellung „Fremde Nachbarn: Sachsen und Litauen“ eröffnet. Die Ausstellung wurde vom Zentrum für Kultur//Geschichte in Niederjahna bei Meißen ausgearbeitet.

Die zweisprachige (deutsch und litauisch) Ausstellung wirft nicht nur einen Blick auf die Geschichte, sondern richtet den Fokus auch auf die Gegenwart. Sie zeigt, welche wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern über Jahrhunderte hinweg bestanden und wie die Zusammenarbeit heute aussieht.

Das Ausstellungsvorhaben hat angesichts des Krieges in der Ukraine ungeahnte Aktualität bekommen. Gerade durch den diachronen Blick wird die enge Verbundenheit Sachsens mit den baltischen Ländern deutlich und zeigt, dass Litauen Teil der europäischen Kultur- und Wertefamilie ist.

Zu der Eröffnung kamen beide Gründer des Zentrums, die auch Autoren der Ausstellung sind:  Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath. Dr. Dannenberg las das Grußwort von Dr. Jens Baumann, Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen, der die Ausstellung mitgefördert hat. Dr. M. Donath  erzählte, wie die Ausstellung konzipiert ist und über welche Berührungspunkte in der Geschichte der Beziehungen zwischen Sachsen und Litauen  man am wenigsten weiß.

Diese Ausstellung ist ein Teil des Internationalen Kulturfestivals „Interkultūracija“, das von der Öffentlichen Ieva-Simonaitytė Kreisbibliothek Klaipėda veranstaltet wird. An der Eröffnung nahm die Direktorin der Bibliothek Dr. Laura Juchnevič sowie viele Mitglieder des Vereins der Deutschen und an der Geschichte der Stadt interessierte Bürger teil. Salomėja Prnackienė, Mitarbeiterin der Deutschen Borschaft Wilna, hat die Ausstellung auch gesehen und sich über solche Initiativen gefreut.

Die Veranstaltung wurde mit litauischer Musik abgeschlossen. Zum ersten Mal klang in der Bibliothek skrabalai, altes litauisches Musikinstrument, gespielt vom jungen Mitglied unseres Vereins Karolis Butkevičius (Lehrerin Rima Spalinskienė).

Wir freuen uns sehr, dass der Verein der Deutschen in Klaipėda als Partner der Ausstellung und derer Präsentations-Veranstaltung einen schönen Beitrag zum Programm des Internationale Kulturfestivals leisten konnte.

Literarische Fachtagung: Baltische Kultur- und Literaturhistoriker – Vermittler zwischen West und Ost

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen für Wissenschaft und Forschung möchte Sie herzlich zur  

Literarischen Fachtagung

Baltische Kultur- und Literaturhistoriker – Vermittler zwischen West und Ost

vom 18. bis 20. August 2022 in Memel / Klaipėda in Litauen

einladen.

Falls Ihnen eine persönliche Teilnahme nicht möglich ist, so können Sie die wiss. Fachtagung im  Livestream auf dem YouTube-Kanal der Kulturstiftung mitverfolgen www.bit.ly/kulturstiftungvideo. Die wiss. Fachtagung wird auch nach der Übertragung weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Kulturstiftung abrufbar sein.

Im Zentrum der Tagung stehen das Leben und Wirken, vor allem aber das Werk von Literatur- und Kulturhistorikern, die seit dem 17. Jahrhundert in den baltischen Staaten (in den heutigen Grenzen) gewirkt oder über die dortigen Literaturen geforscht haben. Insbesondere das 19. Jahrhundert hat große Gestalten hervorgebracht, die die deutschsprachige Literatur bzw. das deutschsprachige Schrifttum in diesen Regionen zu einer Zeit erforscht haben, als dort überall das Interesse an den nationalen – estnischen, lettischen und litauischen – Literaturen wuchs.

Bis heute bekannte Forscher wie Leonid Hans Nikolaus Arbusow, aber auch unbekanntere Amateure wie Johannes Sembritzki haben durch ihre Publikationen in diesen baltischen Kontaktregionen herausragende Rollen als kulturelle Vermittler vor Ort, aber ebenso in das westliche Kaiserreich und die Weimarer Republik eingenommen. Nach 1945 sind ihre Schriften oftmals die besten und einschlägigen Veröffentlichungen zum literarischen und geistigen Leben in diesen Regionen.

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie in den Anhängen:

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Eva Schmiederkal